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Bilder des Schönen im sprachlichen Weltbild der Deutschen und der Bulgaren – Einleitung

Die vorliegende Arbeit bietet eine vergleichende Beschreibung der Bilder des Schönen im Weltbild der Deutschen und der Bulgaren anhand exzerpierter Belege aus phraseologischen Wörterbüchern, Volksweisheiten und aus der deutschen und der bulgarischen Folklore; vereinzelte Belege aus Werken von einigen dem Volksschaffen nahe stehenden Dichtern kommen auch vor.

Im ersten Kapitel werden die ästhetischen Dimensionen des Schönheitsbegriffes dargestellt. Dabei kommen in Betracht die Auffassungen Platons, Baumgartens und Kants, da diese Philosophen die Grundlage der Ästhetik geschaffen haben.

Das zweite Kapitel meiner Arbeit stellt einen kurzen Überblick über den Forschungsstand der Phraseologie und Parömiologie und über die wichtigsten Begriffe dieser Wissenschaften dar, nämlich Sprichwort, sprichwörtliche Redensart und Phraseologismus. Außerdem werden die Begriffe Stereotyp, Symbol und seine Beziehung zum Archetyp und Metapher definiert, die für meine Arbeit von Bedeutung sind. Es wird versucht, eine Klassifikation der Belege nach den so genannten “Bildspendern” in der Metapher-Forschung vorzunehmen, als tercium comparationis dient mir dabei die Eigenschaft des Schönen.

Im ersten Teil des dritten Kapitels fällt die Aufmerksamkeit auf Etymologie, Polysemie und Synonymie des deutschen Wortes schön und des bulgarischen красив.

Der zweite Teil des dritten Kapitels befasst sich mit dem Vergleich der deutschen und der bulgarischen Bilder für die äußere Schönheit in Phraseologismen, sprichwörtlichen Redensarten, Sprichwörtern und in der deutschen und bulgarischen Folklore. Diesem Vergleich liegt die im zweiten Kapitel vorgeschlagene Klassifikation der Belege nach Bildspendern zugrunde. Es sind folgende Bildspender zu erwähnen: Bildspender vom Himmel, von der Erde, von der Menschenhand Geschaffenes als Bildspender, Farben als Bildspender. Einige Belege ohne Bildspender sind in einem weiteren Kapitel zusammengefasst.

Der dritte Teil des Kapitels enthält Belege zur inneren Schönheit, zum harmonischen bzw. disharmonischen Verhältnis zwischen körperlicher Schönheit und Gemüt wie auch zu den Berührungen zwischen schön und lieb.

Ferner wird auch das Problem des Verhängnisses und der Vergänglichkeit des Schönen angeschnitten.

Den Schwerpunkt dieser Kapitelteile bildet die Beschreibung der Übereinstimmungen bzw. Nichtübereinstimmungen in den Belegen aus beiden Sprachen. Auf Grund dieser vergleichenden Beschreibung versuche ich in der Zusammenfassung, eine Schlussfolgerung zu ziehen hinsichtlich der umstrittenen Frage nach der Priorität der von den Kulturgegebenheiten beeinflussten Stereotypen oder der in den Seelenprovinzen herrschenden Archetypen.

Es werden 204 Belege mit Bildspendern behandelt. Daneben kommen auch mehrere Belege, die aber keine Bildspender aufweisen oder sich auf Berührungspunkte des Schönen mit anderen Phänomenen (Liebe, Verhängnis, Vergänglichkeit) beziehen. Bei der Wahl der Belege habe ich die bulgarischen Sprichwörtersammlungen von Kazarov, Ilieva und  Slawejkov benutzt. Als deutschen Äquivalenten habe ich die Sammlungen von Röhrich und Beyer herangezogen. Um das Material zu exzerpieren haben mir auch die Sprichwörtersammlungen von E. Biževa und S. Vlachov gedient, die deutsche Wendungen und ihre bulgarischen Entsprechungen enthalten.  Da oft Bilder des Schönen in Märchen vorkommen, habe ich auch die Bände von Grimm, Andersen, ihre bulgarischen Übersetzungen und einen Sammelband mit bulgarischen Volksmärchen benutzt. Die Belege aus der deutschen und bulgarischen Folklore stammen aus einer dreibändigen Ausgabe M. Arnaudovs, aus einem deutschen und einem bulgarischen Liederbuch (s. BdL, Liederbuch). Auch einige phraseologische Wörterbücher kommen hier in Frage: die zwei bulgarischen phraseologischen Wörterbücher von K. Ničeva und Duden Band 11. Auch die zweisprachigen phraseologischen Wörterbücher von J. N. Galabowa (deutsch-bulgarisch) waren mir von großer Bedeutung.

Der Arbeit liegt der (noch) unveröffentlichte Beitrag Schönheitsbilder des deutschen und des bulgarischen Volkes von meiner wissenschaftlichen Betreuerin Antoaneta Dimitrova zugrunde.

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1 Kommentar to “Bilder des Schönen im sprachlichen Weltbild der Deutschen und der Bulgaren – Einleitung”

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